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• 2. Februar 2014

Farben und ihre Wirkung fürs Marketing

FarbFaible – Büro für Grafik-Design aus Wiesloch

Warum eigentlich FarbFaible?

Hinter FarbFaible steht Miriam Hohmann, Grafik-Designerin, Konzeptionerin und Marken-Expertin mit viel Herzblut und Leidenschaft für Farben, Marken und Design. Ich habe Spaß daran, Neues auszuprobieren: beim Malen auf Leinwand, Nähen von Taschen, Kochen, Gestalten oder auch beim Fotografieren. Ich liebe es, mit Farben eine bestimmte Stimmung einzufangen. Darum geht es heute – ich möchte Dir ein bisschen was über meine große Leidenschaft – die Farben – erzählen.

Was bewirken Farben & warum sind sie für Kommunikation und Werbung wichtig?

Unser Leben und jeder einzelne Tag davon ist voller Farben. Gleich am Morgen begegnet uns ein warmes Gelb, sobald die Sonne scheint. Gelb hat die wunderbare Eigenschaft, dass es die Stimmung hebt und man direkt richtig gute Laune bekommt.

Im Gegensatz dazu haben wir Blau. Ein blauer Himmel wirkt beruhigend auf uns, wohingegen grüne Pflanzen erfrischend wirken. Und so geht es den ganzen Tag weiter. Welche Farben fallen noch ins Auge? Rot, Orange, Lila, Türkis, Magenta, Mint … Eine große Vielfalt, wenn man mal bewusst darauf achtet.

Schauen wir uns mal Rot an. Es wirkt vor allem kaufaktivierend auf die meisten. Mal ehrlich, egal ob Mann oder Frau, die wenigsten schaffen es, an einem großen roten Schild mit der Aufschrift „Sale“ oder „Rabatt“ vorbeizugehen. Oder? Man wird einfach davon angezogen, es ist wie ein Magnet. Die freigesetzten Emotionen geben beim Betrachter letztendlich den entscheidenden Kauf-Impuls. In diesem Fall kann man sagen, dass nicht nur der Preis entscheidend ist, sondern auch die Emotionen, die durch Farben ausgelöst werden, spielen eine Rolle. Ich liebe es, welche Stimmungen Farben einfangen oder auslösen.

Sehen und empfinden wir alle gleich?

Die Farbwahrnehmung ist subjektiv – jeder Betrachter nimmt Farben anders wahr. Der eine wertet ein Hemd als blau, der nächste als türkis und ein anderer als grün ein. Farben lösen bei jedem Betrachter unterschiedliche Wahrnehmungen oder Empfindungen aus: je nach Temperament, Assoziation und auch Kultur empfinden wir unterschiedlich.

Die Kultur prägt ebenso unser „Farb-Wissen und Empfinden", unter anderem durch Sprichwörter und Ansichten. Zum Beispiel: „Alles durch die rosarote Brille sehen“ oder auch „Der wird grün vor Neid“. Rote Rosen stehen für die Liebe und sind dem Partner zugeordnet. Guten Freunden schenkt man eher gelbe, orangefarbene oder rosa Blumen.

Wenn etwas edel aussehen soll, verwenden wir gerne Gold oder Silber in Kombination mit Schwarz, damit die Farbe richtig gut zur Geltung kommt. Für die Darstellung von rein und sauber wird Weiß verwendet. Wie beim „Weißer Riese“-Werbespot: die weißen Laken auf der grünen Wiese bei Sonne satt – Frische und Reinheit pur. Man denkt vielleicht nicht immer daran oder hat es direkt vor Augen, aber Farben spielen eine sehr große Rolle in unserem Alltag.

Das Wissen über Farben und deren Wirkung nutze ich für meine Designs

Man kann zum einen durch den Einsatz der passenden Farben die Botschaften unterstreichen, die wichtig sind. Zum anderen kann man durch Farbe sein Erscheinungsbild prägen. Wer gute und wirkungsvolle Werbung oder Marketingmaßnahmen möchte, kommt am gezielten Einsatz von Farben nicht vorbei.

Durch ausdrucksvolle Farben, die zum Unternehmen passen, schafft man einen differenzierten und individuellen Auftritt. Ein Ziel sollte sein, sich klar abzuheben und im Gedächtnis der Kunden zu bleiben. Genau solche Unternehmer suche ich, die Wert auf einen einzigartigen und lebendigen Auftritt legen: der zu Ihnen passt, ihre Persönlichkeit widerspiegelt und die richtigen Gedanken und Emotionen beim Kunden auslöst. Und genau das setze ich als Grafik-Designerin um: passende Farbkonzepte für Marken oder Produkte. Lerne mich und meine Arbeit näher kennen.

Farben unter die Lupe genommen

Wann findet ein Fadenzähler Verwendung?

Ich möchte Dir ein Werkzeug vorstellen, das Grafikern, finde ich, immer wieder Spaß bringt – und zwar der Fadenzähler. Ein Fadenzähler ist eine Detaillupe mit einem klappbaren Gestell und einem festen Abstand zum Objekt. 

Entwickelt wurde der Fadenzähler, um Stoffe zu überprüfen, genauer gesagt, die Anzahl der Schuss- und Kettfäden auf einer bestimmten Fläche. Bei Teppichen kann damit die Anzahl der Knoten pro Fläche ermittelt werden.

Aber auch in der Druckbranche oder im Verlagswesen kommt der Fadenzähler zum Einsatz. Beispielsweise wird dieser oftmals genutzt zur Raster- und Passerkontrolle. Denn durch die enorme Vergrößerung kann man sehr gut die einzelnen Druckpunkte oder Sonderfarbflächen sehen.

Früher wurde er auch zur Kontrolle von Reinzeichnungen verwendet, die damals noch auf speziellem Karton mit Lineal und Tusche angefertigt wurden – eben noch richtige Handarbeit.

Der Fadenzähler im Einsatz

Beispielabbildung: Anhand des Beispiels der Verpackung sieht man sehr schön den Unterschied von Sonderfarbe und Vierfarbdruck. Der Hintergrund ist im Vierfarbdruck gedruckt, daher kann man die einzelnen Punkte sehen.

Im Gegensatz dazu ist das Blau, der Schatten der Schrift „Fleckensalz" in Sonderfarbe gedruckt. Hier sieht man die durchgängige Farbe ohne Rasterpunkte.

Detail Vierfarbdruck Ansicht durch den Fadenzähler, mehrere Detailansichten

Vorteile Volltonfarben (Pantone)

  • Große Anzahl an Farben mit Neon-, Metallic- oder Sonderfarben
  • Vollflächiger Druck, keine Druckpunkte sichtbar
  • Immer gleichbleibender Farbton

Vorteile Vierfarbdruck (CMYK)

  • Farben sind auf allen gängigen Druckern darstellbar (nutzen auch die Drucker zu Hause)
  • In der Regel günstiger als Volltonfarbdruck
  • Schnelle Umsetzung im Gegensatz zu Volltonfarben

Genauer betrachtet – der Vierfarbdruck

Der Vierfarbdruck ist ein subtraktives Modell und setzt sich aus 3 Farben und Schwarz zusammen. Der sogenannte CMYK-Druck oder auch 4-Farbdruck setzt sich aus Cyan, Magenta, Yellow und Key (schwarz). Die einzelnen Farben werden nacheinander aufgetragen. Durch diese „Mischung“ entstehen die verschiedenen Farben und Farbnuancen.

Auch wenn der Fadenzähler nicht mehr die Verwendung findet wie früher, macht es immer wieder Spaß, sich Druckprodukte damit anzuschauen. Man kann wunderbar die einzelnen Druckpunkte bei einem Vierfarbdruck erkennen. Die Mischungen werden dadurch sehr gut sichtbar und geben ein spannendes Bild ab.

Schöne Ergänzungen – die Sonderfarben

Bei einer Sonderfarbe hingegen, z. B. dem Pantone-System, sieht man keine Druckpunkte, da diese Farbe komplett flächig gedruckt wird. Daher habe diese auch den Namen: Volltöne oder Volltonfarben. Die Sonderfarben ergänzen den Vierfarbdruck-Farbraum wunderbar. Sonderfarben werden zur Veredelung eingesetzt, um gleichbleibende Farben zu gewährleisten.

Das Pantone-System baut auf 14 Basisfarben auf, die in verschiedenen Farbanteilen miteinander gemischt alle weiteren dargestellten Farben des Systems ergeben. Das Schöne daran ist, dass die Farben immer gleich sind. Unternehmen verwenden häufig Sonderfarben, um Ihrem Branding einen hohen Wiedererkennungswert zu verleihen, da die Unternehmensfarben zuverlässig richtig und ohne Abweichungen gedruckt werden. Oder auch, um Farben wie Gold oder Silber darzustellen. Denn diese können im Vierfarbdruck nur simuliert werden. Pantone bietet wunderschöne Gold-, Silber-, Bronze- sowie weitere Metallictöne, die tolle Reflexe haben.

Abweichungen im Vierfarbdruck

Druckt man hingegen ein Werbemittel wie einen Flyer im Vierfarbdruck auf unterschiedlichen Papieren und in verschiedenen Druckereien, kann es sein, dass das Druckergebnis Unterschiede aufweist. Minimale Farbschwankungen von ein paar Prozent sind ganz normal. Es kann passieren, dass das Werbemittel bläulicher, rötlicher, gelblicher oder schwärzer erscheint – mit Sonderfarben passiert das nicht.

In meinem Beispiel wurde zum Beispiel das Blau und Grün der Unternehmensfarben in Sonderfarben gedruckt. Dadurch sehen diese zum einen auch so schön leuchtend aus. Generell werden für Verpackungen oftmals Sonderfarben verwendet. Ich habe Buchstaben des Schriftzugs im Detail aufgenommen. Hier ist der blaue Schatten der Schrift mit Sonderfarbe produziert, das Hintergrundblau ist im Vierfarbsatz gedruckt, daher sieht man hier die einzelnen Farbpunkte. Ich finde das immer wieder spannend anzuschauen.

Hast Du Dir schon mal Gedanken gemacht, welches Farbsystem für Deine Unternehmenswerbemittel am besten passt?