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• 14. April 2021

7 Tipps für Marketing im Einzelhandel und weitere Branchen

Miriam Hohmann, Inhaberin von FarbFaible, Expertin für Marken und Design

Finde Konzepte und Ideen, die die Herzen Deiner Kunden höher schlagen lassen

Marketing für lokale Einzelhändler und andere Branchen darf leicht sein

„Fürchte dich nicht vor Veränderung. Fürchte dich vor Stillstand“, sagte einst Lao Tse, und genau das beschreibt die letzten Monate bzw. das letzte Jahr sehr gut. Denn im März 2020 wurden viele Branchen auf eine harte Probe gestellt. Durch die Pandemie gab und gibt es in vielen Bereichen Einschränkungen und Vorgaben, die erfüllt werden mussten.

Die Veränderungen im privaten und beruflichen Umfeld, die Corona gebracht hat, sind enorm. Es bedeutete auch, sich schnell auf Neues einzustellen – Herausforderung und Chance zugleich. Nicht nur der stationäre Handel, auch etliche andere Berufsgruppen wie Friseure, die Gastronomie oder der Eventbereich mussten ihre Angebote und Dienstleistungen anpassen. Die wochen- und monatelangen Schließungen haben bei vielen zu erheblichen Einschnitten geführt.

Herzklopf-Momente schaffen durch die richtige Positionierung

Ich versuche, stets das Positive in der Krise zu sehen – und das tun auch viele Kunden von mir. Statt den Kopf in den Sand zu stecken, haben viele Ideen und Wege gesucht – und das war und ist so schön zu begleiten. Aber auch super anstrengend. Zudem habe ich die Videoagentur One Step Closer bei ihrer Initiative für den stationären Einzelhandel unterstützt. Diese Initiative richtet sich an die, die vom Lockdown besonders betroffen waren. So wurden die Einzelhändler in der schwierigen Zeit unterstützt, in Form eines kostenlosen Videos, das dann über verschiedene Kanäle ausgespielt wurde.

Und während dieser schwierigen Zeit habe ich einfach gemerkt, dass vielen Klein- und Mittelständlern Ideen, Mut und Zeit fehlen, um sich mit dem Selbstmarketing oder der Positionierung zu beschäftigen. Denn sichtbar sein sollte nicht schwer sein. Sichtbarkeit darf Spaß machen, leicht und kreativ sein. Und nichts ist heutzutage so wichtig, wie eine starke Marke zu haben, die sich abgrenzt und für WOW-Effekte beim Kunden sorgt.

Konzepte für klein- und mittelständische Unternehmen sowie inhabergeführte Läden

Ich möchte Dir etwas verraten: Ich liebe kleine inhabergeführte Läden, belebte Innenstädte, Kunst, Kultur und kreative Unternehmer. Ich würde sogar sagen: „Der Herzschlag einer attraktiven Innenstadt sind seine Unternehmer“. Für mich sind die vielen inhabergeführten Geschäfte, Unternehmen, Vereine und Institutionen der Mittelpunkt einer pulsierenden Stadt.

Was aber, wenn plötzlich der Laden zu ist, man keinen Online-Shop hat, aber trotzdem irgendwie für seine Kunden da sein möchte? Dann müssen neue Ideen her, um auch ohne Online-Shop über das eigene Angebot zu informieren. Der Erhalt von Innenstädten, aber auch die Schaffung von Sichtbarkeit für Kleinunternehmer mit einem tollen Konzept, liegen mir am Herzen. Auch schon vor der Pandemie, aber seit letztem Jahr ist das Thema noch stärker in den Fokus gerückt. Denn viele wissen oftmals nicht, wie sie ihre Produkte optimal präsentieren.

Der Onlinehandel gräbt den Einzelhändlern, aber auch anderen Branchen, immer mehr Kundschaft, Umsatz und Geschäft ab. Jahr für Jahr schrumpfen die Fußgängerzonen, weil ein Geschäft nach dem anderen schließt – leider oft zuerst die inhabergeführten. Zum Teil wegen zu hoher Mieten, zum anderen wegen der hohen Konkurrenz im Onlinebereich. Auch wenn es erstmal scheint, als würde das Internet nur Kunden „abwerben“, hat es auch viele Vorteile zu bieten.

Selbst mit einem kleinen Budget kann mit der richtigen Strategie viel erreicht werden – wenn ich weiß, wo ich was wann zu tun habe. Dazu braucht es ab und zu einen Impuls von außen. Ideen, wo man anfängt und wie man dieses am besten realisiert. Und genau diese Ideen und das entstehende Herzklopfen möchte ich in Unternehmern wecken – weil sie dann wissen, wie sie sich selbst vermarkten und ihre Positionierung kennen. Und auch bei Herausforderungen diesen gelassener entgegenzugehen.

Langjährige Erfahrung im Marketing für den Einzelhandel und Handelsmarketing

Um genau das nahezubringen, habe ich bereits viele Stationen passiert, die dafür hilfreich waren. Als Art Director hatte ich in der Festanstellung bereits am Anfang mit Markenstrategien, Handelsmarketing und ganzheitlichem Marketing zu tun. Ich habe in meiner Zeit als Angestellte viele Projekte im Bereich des Handelsmarketing konzipiert sowie Kommunikationsmaßnahmen für den Point of Sale (PoS) geplant und realisiert.

Dieses und viele weiteres Know-how habe ich 2013 in meine eigene Marken-, Marketing- und Designagentur einfließen lassen. 2019 wurde ein Projekt im lokalen Einzelhandel von mir mit dem German Brand Award ausgezeichnet – für den Ansatz, den ich im Bereich „Storytelling & Content-Marketing“ entwickelt habe. Denn es ist mir ein Herzensanliegen, Kunden mit einem besonderen Produkt oder einer einzigartigen Dienstleistung sichtbar zu machen.

Miriam Hohmann, Inhaberin von FarbFaible, Expertin für Marken und Design

Egal welche Branche – jede starke Marke braucht ein „Warum“

Wer sein Warum kennt, kann auf eine ganz andere Weise mit seiner Zielgruppe oder Mitarbeitern kommunizieren. Das Warum ist das, was uns von Mitbewerbern abhebt und der Grund, warum Kunden bei uns kaufen und nicht woanders. Die Ergebnisse aus dem Selbstmarketing und der Positionierung lassen sich ins Online- und Offline-Marketing übertragen. Heutzutage reicht es nicht mehr, nur einen oder zwei Kanäle zu bedienen, es geht darum, einen optimalen Mix zu finden.

Meine 7 Tipps für mehr Sichtbarkeit

1. Storytelling

Beim Marketing für den Einzelhandel – und auch alle anderen Branchen, geht es vor allem darum, Geschichten zu erzählen und nicht einfach nur plump zu verkaufen. Das sogenannte Storytelling ist mehr als nur das reine Verkaufen, es geht um das Schaffen von Erlebniswelten, Inspiration zu geben und den Kunden mitzunehmen. Wenn es in drei Geschäften das selbe Produkt gibt, entscheiden am Ende entweder der Preis oder die Persönlichkeit.

2. Persönlichkeit

Egal ob offline oder online – gerade bei einem persönlichen Kontakt mit Kunden kommt es auch darauf an, für eine angenehme Atmosphäre zu sorgen. Wie begrüße ich meine Kunden? Was tue ich für sie? Und wie behandle ich sie? Kundenservice ist vor Ort ist eine riesige Stellschraube und macht ganz viel aus für den Entscheidungsprozess. Aber auch online zählt der Umgang und die Interaktion mit den Kunden und Interessenten.

3. Kommunikation

Wie gestalte ich die Kommunikation. Was ist mir wichtig? Eine perfekte Unternehmenskommunikation zeichnet sich für mich unter anderem durch einen guten Content wie Texte, Ideen wie Rezepte o.ä. und passende Maßnahmen ab. Kommuniziere ich nur Angebote oder Inhalte, die meine Kunden inspirieren?

4. Inspiration

Versuche, nicht einfach nur Angebote und Produkte zu kommunizieren, sondern Deine Zielgruppe zu inspirieren. Entwickle eigene Medien oder Inhalte, die zu Dir und Deinem Unternehmen passen. Zum Beispiel über Rezepte, Empfehlungen, Tipps oder andere ansprechende Inhalte, die zu Deinem Thema passen.

5. Einzigartigkeit

Produzierst Du eigene Produkte oder verkaufst Du Produkte anderer Hersteller? Wenn Du Produkte verkaufst, dann schau, wie Du eine Abgrenzung zum Herstellermarketing schaffen kannst. Mach eigene Fotos, die Du mit anderen Produkten oder auf anderen Untergründen darstellst. Wenn Du mehrere verschiedene Hersteller im Sortiment hast, dann kannst Du vor allem durch eigene Bilder eine einheitliche Linie und eine Wiedererkennung schaffen. So hebst Du Dich auch wunderbar von Deinen Mitbewerbern ab.

6. Hygiene

Seit der Pandemie ist Hygiene am Point of Sales eine wichtige Aufgabe. Die Corona-Pandemie hatte und hat enorme Auswirkungen auf die Gestaltung von Geschäften. Viele Kunden sind verunsichert und trauen sich oftmals nicht raus, weil sie Angst von einer Ansteckung haben. Jetzt stehen gute Hygienekonzepte sowie die Kunden- und Mitarbeitersicherheit im Fokus. Durch gute Konzepte wird enorm viel Vertrauen und Sicherheit aufgebaut. Und das gilt es auch zu kommunizieren, damit die Kunden und Interessenten Bescheid wissen.

7. Sorge für Reichweite und interagiere

Dir bringen das beste Marketing und die tollsten Inhalte nichts, wenn Du niemanden erreichst. Deshalb: sei dort, wo Deine Kunden sind – on- wie offline. Und da wir nie wissen, wo ein potenzieller Kunde das erste Mal von uns erfährt, sollte immer der erste Eindruck stimmen. Hierzu zählen alle möglichen Plattformen wie Tageszeitungen, Drucksachen aller Art, Werbegeschenke, Deine Website (und/oder Shop), Foren oder Portale, passende Social Media Plattformen (wie Google+, Twitter, Facebook, Pinterest, Instagram & Co.). Überlege Dir daher, wo Du Deine Zielgruppe und sie Dich findet und schaffe dort einen ansprechenden Auftritt. Und vor allem: Gib Interessenten die Möglichkeit, mit Dir zu interagieren. Und Kommunikation sollte niemals eine Einbahnstraße sein.

Maßnahmen für lokale Geschäfte – neue Marketingideen entwickeln

FloralWerk – Floristik aktiv und erfolgreich in Social Media präsentieren

Ansicht Mohn und Disteln angerichtet für Tischdeko, FloralWerk Manuela Köhler

Manuela Köhler vom FloralWerk aus Wörth-Büchelberg ist seit 30 Jahren Herzblutfloristin und kreiert Floristik für alle Anlässe wie einzigartige Fest- & Hochzeitskreationen, florale Trauerbegleitung und vieles mehr. Bedingt durch ihre Spezialisierung auf Hochzeits- und Eventfloristik kamen mit Corona 2020 erste Einbrüche, die auch 2021 weitergehen.

Nachdem Feiern im Jahr 2020 so stark eingeschränkt wurden, war Kreativität gefragt. Während des Lockdowns hat Manuela umgestellt und Blumensträuße in verschiedensten Farben und Formen gefertigt, abfotografiert, in Facebook und Instagram eingestellt und darüber verkauft. Durch das fast tägliche Erstellen von Storys und Videos hat sie die Kunden in ihrem Alltag mitgenommen und so trotz Schließung die Verbindung aufrecht erhalten.

Café del Rey – Kaffeegenuss und Inspiration im Online-Shop und Blog

Nach der Schließung des Cafés im März musste auch bei Café del Rey etwas anders geplant und gedacht werden. So wurde vermehrt auf Onlineaktivitäten gesetzt: Der Online-Shop wurde stärker beworben, die Aktivität in Social Media sowohl erhöht und geändert als auch die komplette Positionierung geändert.

In Social Media wurde beispielsweise eine Sommer-Dessert-Challenge initiiert, Rezeptideen geteilt und die Community sehr aktiv mit eingebunden. Ebenso wurde auf eine vermehrte Medienpräsenz in der der Presse gesetzt. Und die unterschiedlichen Sales Points wurden durch verschiedene Aktionen unterstützt.

Café del Rey Colombia No 00 koffeinfreier Kaffee

Carsten Kissner – Unikatschmuck mit Edelsteinen auch online bestellbar

Besondere Schmuckstücke werden von Carsten Kissner und seinem Team im Meisteratelier Kissner gefertigt. 2011 eröffnete er sein erstes Atelier in der Herzogstraße, 2015 vergrößerte er sich und zog in die Carl-Theodor Straße 8D in Schwetzingen.

Auch für ihn waren die Einschränkungen und Schließungen ein Grund, neu zu denken. Das führte dazu, dass wir eine neue Website konzipiert und designt haben. Ebenso wurde ein virtueller Rundgang in die Website integriert, bei dem man durch das komplette Atelier „live“, also virtuell, schlendern kann. So konnten die Kunden trotz Schließung die aktuelle Dekoration und entstandene Schmuckstücke sehen. Die interaktiven Vitrinen sind mit Punkten versehen, sodass man ganz leicht in die einzelnen Vitrinen schauen und jedes Produkt einzeln anklicken kann. Als weitere Besonderheit wurde zusätzlich noch die Installation eines Online-Shops aufgesetzt, die ebenfalls in die Website integriert wurden. So können die Produkte im virtuellen Rundgang direkt mit dem Shop verknüpft werden.

Um die Sichtbarkeit auf die Website, den virtuellen Rundgang und den Online-Shop zu erhöhen, wurde verstärkt in den vorhandenen Social Media Kanälen gepostet. Neben den Onlineaktivitäten wurde aber auch in den Offlinemedien viel getan. Zum Beispiel wurden Mailings verschickt, Anzeigen geschaltet und kleine Aktionen gefahren. Durch die hohe Aktivität wurde eine hohe Sichtbarkeit in dieser schwierigen Zeit – auch während der Schließungen geschaffen.

Meine Empfehlungen fürs Einzelhandelsmarketing zum Durchstarten

Für mich ist ein wesentlicher Faktor, dass jedes Unternehmen mit seiner Einzigartigkeit auftreten sollte. Und das kann ich nur, wenn ich eine klare Positionierung habe. Wichtig ist, nicht einfach einen Einheitsbrei umzusetzen oder Ideen, die gar nicht zum eigenen Unternehmen oder den eigenen Werten passen. 

Vor allem Corona hat gezeigt, wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Der stationäre Einzelhandel, aber auch viele andere Unternehmen, benötigen neue Ideen und Ansätze, aber das bitte mit Konzept. Nur wer sich klar positioniert, kann auch in Krisensituationen agil bleiben, gegebenenfalls seine Produkte anpassen und agieren statt reagieren.

Gemeinsam mit Karen Sonnenberger von Sonnenberger Coaching habe ich einen Online-Workshop zum Thema „Selbstmarketing & Positionierung“ umgesetzt. Dabei ist uns beiden wichtig, die Teilnehmer*innen dabei zu unterstützen, Klarheit und Perspektiven zu entwickeln, Ziele zu definieren und ins Tun zu kommen. Denn genau dieser Bedarf hat die Idee entstehen lassen.

Meine Checkliste mit 5 Tipps

1. Der ersten Eindruck zählt sowohl in Deinem Laden oder Deiner Ausstellung, aber auch online sollte Dein erster Eindruck passen. Also schau, dass Du optimale Einstiege bietest.

2. Sei echt, also authentisch sowohl in Deinem Auftreten, bei dem, was Du anziehst sowie bei dem, wie Du kommunizierst. Duzt oder siezt Du? Beim Storytelling geht es um mehr als das reine Verkaufen. Durch die Wahl Deiner Kommunikation kannst Du Einzigartigkeit transportieren.

3. Sei sichtbar auf diversen Plattformen sowohl online als auch offline. Schau, was zu Dir passt wie Flyer, Tageszeitungen, Google My Business, Facebook, Instagram, ein eigener Blog, Marktplätze oder ein Lieferservice und mehr.

4. Arbeite mit Cross-Selling für Deine Produkte aber auch durch Kooperationen mit möglichen Partnern. Es gibt so viel mehr Möglichkeiten, als einfach nur einen Sale zu geben oder Angebote zu machen. Nutze zum Beispiel Cross-Selling, um verschiedene Warengruppen miteinander zu verknüpfen, Kunden Inspiration zu bieten oder zu kooperieren.

5. Schaffe Vertrauen und Sicherheit, indem Du das Infektionsschutzgesetz, die Lebensmittelhygieneverordnung und die Coronaschutzverordnung umsetzt. Denn Hygiene ist in der aktuellen Zeit ganz wichtig.

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