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• 10. August 2022

1 Frage – 10 Kunden antworten: Rolle rückwärts

Ich freue mich sehr, dass Du (wieder) dabei bist, wenn es heißt: 1 Frage – 10 Kunden antworten.

Egal, ob es um ein Design oder einen Text geht – fragst Du 10 Menschen, bekommst Du 10 verschiedene Antworten. Auf dieser Idee basiert diese neue Blogserie, die mehrmal pro Jahr geben wird. Gestartet ist die Serie mit einer spannenden Frage, die vielleicht erstmal banal wirkt, aber die es in sich hat und einen ganz schön zum Grübeln bringen kann. Es war die Frage: „<meta charset="UTF-8">Welche Maßnahme hat bisher am meisten für Dein Business gebracht?" 10 Kunden von mir haben auf die Frage geantwortet, jeder mit einem anderen spannenden Aspekt.

Und auch diesmal habe ich eine spannede Frage gestellt. Jede Unternehmerin und jeder Unternehmer ist sicherlich schonmal durch ein Tal gegangen. Oder hat eine Entscheidung getroffen, bei der es einfach Mut erfodert. ABER: Unternehmer unter nehmen! Genau das wirst Du beim Lesen auch merken.

Deshalb stell Dir auch gerne selbst mal die Frage:

Welche Rolle rückwärts hat mein Business nach vorne gebracht?

„Nach über 40 Jahren erfolgreichem Geschäft haben wir es gewagt, an einem neuen Standort unter neuem Namen einen 10-fach so großen Laden zu eröffnen. Eine gesunde Branche, ein etablierter Name, ein großer Kundenstamm, gute Umsätze und dennoch habe ich mich für eine Sprunginvestition mit wesentlich höherem unternehmerischem Risiko entschieden.

Größer, weiter, schneller bedeutet nicht immer nur besser. Einige Dinge sind heute wesentlich aufwendiger zu koordinieren und auch der Anspruch unserer Kunden an solch einen neuen Laden ist gewachsen, zu Recht. 

Dennoch würde ich diesen Schritt immer und immer wieder gehen. Nach rund drei Monaten am Standort ist klar, dass es die richtige Entscheidung (u.a.) für das gesamte Team war, was sich auch für die Kunden positiv spürbar auswirkt.

Wir haben „einmal auf Null“ gestellt und „sichere Fahrwasser“ aufgegeben, um zukunftsfähig bleiben zu können. Ich bin mehr als zuversichtlich, dass sich diese große Veränderung auch langfristig bezahlt macht."


 

„Ich muss sagen, weniger ist mehr! Wir wollten unseren Betrieb vergrößern, aber es hat nicht funktioniert. Wir haben 4 Jahre lang geplant und gesucht, aber keinen guten Standort mit größeren Praxisräumen und Trainingsflächen gefunden. Die Vision dahin war faszinierend! Doch irgendwann kam die Ernüchterung: Alle Immobilien, die wir in der Nähe unseres bisherigen Standortes gefunden haben, waren entweder zu klein, zu groß oder ungünstig gelegen. Die hohen Investitionskosten in unserem visionären Projekt hätten am Ende dazu geführt, dass wir wirtschaftlich betrachtet „Russisch Roulette“ gespielt hätten und unsere Gewinne nicht gestiegen wären. Mehr Fläche und mehr Betreuung für noch mehr Kunden benötigen auch entsprechende Mitarbeiter.

In Zeiten von Fachkräftemangel ist es schwer, dies umzusetzen. Am Ende entschieden wir uns, eine Rolle rückwärts zu machen und uns von der wunderschönen Vision zu verabschieden. Diese Entscheidung war unbequem, weil wir bereits einige „Steine ins Rollen gebracht“ hatten. Und all das hatte bis zu diesem Zeitpunkt auch schon Geld gekostet. Also wir haben entschieden, dem schlechten Geld nicht noch mehr gutes Geld hinterher zu werfen.

Wir sind am bisherigen Standort geblieben, haben unser Konzept neu aufgesetzt und was ist geschehen? Wir haben unseren Mitarbeiter als Unternehmer gewonnen, der einen Teil unseres Betriebes übernommen hat. So konnte die Praxis jetzt an die nächste Unternehmergeneration weitergegeben werden. Das hat mir und meiner Frau den Rücken frei gemacht, um unser zweites Standbein, den Trainingsbetrieb, neu aufzusetzen und für die Anforderungen des zukünftigen Gesundheitsmarktes neu zu positionieren. Wir konnten uns dank dem „Salto Rückwärts“ neu erfinden und eine neue Perspektive gestalten."


 

„Das ist eine sehr gute Frage! Eine komplette Rolle rückwärts habe ich tatsächlich seit meiner Selbstständigkeit 2004 noch nie machen müssen. Es gibt und gab Stoppschilder, Rückschläge und natürlich ganz viele Learnings.

Zu den Stoppschildern, auf meinen steht:
1. Mach langsam!
2. Konzentriere dich auf das Wesentliche!
3. Was hat gerade Priorität?!
4. Was ist jetzt der nächste wichtige Schritt für mein Business?!

Da ich eine sehr neugierige und innovative Unternehmerin bin, sind diese Stoppschilder sehr wichtig für mich, damit ich mich nicht verzettle, in die Umsetzung komme und Dinge zu Ende bringe. Meine Mitarbeiterinnen können davon ein Lied singen.

Zu den Rückschlägen: Diese sind passiert, wenn ich Erwartungen nicht klar geäußert habe und diese nicht erfüllt wurden beziehungsweise gar nicht erfüllt werden konnten, da mein Gegenüber nicht in der Klarheit war. Aus meiner Sicht entstehen die meisten Rückschläge, wenn man Sach- und persönliche Ebene nicht voneinander trennt oder in dem Moment nicht trennen kann.

Was ich aus meinen Rückschlägen und Stoppschilder gelernt habe: Zeit nehmen für regelmäßige Reflexionen, Konzentration und Fokus halten, ständige Weiterentwicklung auf fachliche und persönliche Ebene und in die Kommunikation gehen mit Mitarbeitern, Mandanten und Geschäftspartnern und dort seine Erwartungen klar äußern, um gemeinsam zu wachsen, denn das beste kommt noch!"


 

„Die Coronakrise hat mich dazu gezwungen, meine Geschäftsidee komplett umzukrempeln. Früher habe ich in meinem Nähatelier Kurse und kreative Veranstaltungen angeboten, jetzt verkaufe ich Tischwäsche und Wohntextilien im französischen Landhausstil online. Diese drastische Veränderung war die beste Entscheidung und hat nur Positives für mich gebracht!

Ich freue mich jetzt über die kundenorientierten, flexiblen Arbeitszeiten und mehr Planbarkeit. Dies ermöglicht es mir, meine eigene Kreativität wieder auszuleben. Schöne und nützliche Dinge für andere zu erschaffen, die ihnen Freude bereiten und sie dazu anregen, im Alltag mehr Achtsamkeit und Nachhaltigkeit zu integrieren – das ist meine Vision.

Bei mir bekommst du nicht nur einzigartige Tischwäsche, sondern ich bringe dir auch das ganz besondere französische Lebensgefühl nach Hause. Früher kamen meine Kunden nur aus der nahen Umgebung, aber dank meines Online-Shops kann ich meine Stofflichkeiten jetzt in ganz Deutschland und in den umliegenden Ländern verkaufen. Die Kunden kommen sogar von weit her, um mich in meinem Atelier zu besuchen.

Die coronabedingte Zwangspause mit Existenzangst, Unsicherheit und Fernweh war für mich ein unglaubliches Geschenk. Sie hat mich dazu gezwungen, meinen Weg zu überdenken und komplett zu ändern. Jetzt habe ich den Erfolg, den ich mir für mein Business wünsche. Ich kann die Interessen von Familie und Firma gut vereinen und blicke sehr positiv und entspannt in die Zukunft."


 

„Rolle rückwärts ... so hat es sich damals angefühlt ... aus heutiger Sicht war das nötig, um einen neuen Weg einzuschlagen.

Ich hatte vor 10 Jahren angefangen mit Gartenpflege und Winterdienst. Ungelernt und dato auch natürlich ohne Meistertitel. Ich war noch mit meinem ersten Mann verheiratet. In einem Jahr habe ich mich getrennt, alle Winterdienstkunden verabschiedet und mich entschlossen, die Lehre nachzuholen, um abschließend den Meister im Garten- und Landschaftsbau zu machen.

Ich habe quasi ein wichtiges Standbein, den Winterdienst, aufgegeben und musste meine Energie noch auf mehrere „Baustellen“ verteilen. Als mein Ex-Mann ausgezogen ist, hat er kurzerhand mein Anlagevermögen mitgenommen, (Auto, Geräte, Werkzeuge) nicht zum Gebrauch, einfach aus einer Emotion heraus, so musste ich auch inventartechnisch wieder von vorne anfangen."


 

„Wir planen Küchen und Wohnmöbel auf hohem Niveau und machen bei der Beratung und Umsetzung keine Abstriche. Das ist natürlich mit einem gewissen Maß an Mehraufwand verbunden (was in unserer Branche leider nicht unbedingt selbstverständlich ist) und hat uns auch viele interessante Aufträge gesichert.

Im Laufe der Zeit sind wir aber an einen Punkt gekommen, an dem es irgendwie nicht so richtig weiter ging. Nichts lief mehr wirklich rund und als dann zu allem Überfluss auch noch einer unserer Haupt-Lieferanten Insolvenz angemeldet hat (das war sogar noch vor Corona!), haben wir entschieden, einen (fast) kompletten Neustart zu machen. Alles wurde auf den Prüfstand gestellt, kritisch betrachtet und beurteilt und dann tiefgreifenden Veränderungen unterworfen.

Ein entscheidender Punkt dabei war die Zielgruppenanalyse. Die Definition unserer Zielgruppe und die kompromisslose Ausrichtung aller Entscheidungen auf das Ziel, diese Zielgruppe zufriedenzustellen, hat uns letztendlich einen enormen Schub nach vorne gegeben.

Das wir mittlerweile auf eine Vielzahl zufriedener Kunden blicken können, die von der Qualität unserer Arbeit überzeugt sind und uns gerne und oft weiterempfehlen, ist zu einem Großteil dieser „Rolle rückwärts“ zuzuschreiben. Manchmal muss man eben zwei Schritte zurückgehen, um dann mit Anlauf das Hindernis zu überwinden."


 

„Nach über 35 Jahren habe ich mein altes Unternehmen verlassen und habe mich dann komplett selbstständig gemacht. Viele fragten mich, warum ich nach so langer Zeit diesen Schritt gewagt habe. Ich war nicht allein, sondern zwei langjährige Kollegen sind mit mir den Weg gegangen.

Die Möglichkeit, unter den verschiedenen Banken, genau die zu finden, die preislich und auch zum Kunden passt, hatte den Reiz, den ich bisher nicht vorfand. Der bisherige Mitbewerber wurde über Nacht zum neuen Vertriebspartner. Natürlich sind die alten Seilschaften und Beziehungen weiterhin vorhanden und das ist auch gut so.

Mein Serviceversprechen kann somit aufrechterhalten werden und wird genutzt. Mit meinem starken Netzwerk bin ich am Markt sehr schnell präsent gewesen und es gab praktisch keine Lücke. Nach gut einem Jahr war das insgesamt die richtige Entscheidung."


 

„Seit 1995 bin ich Galeristin in Heidelberg – 2012 habe ich mein Ladengeschäft aufgelöst und war fortan nur online und an externen Orten und Messen aktiv. Da ich über die letzten 10 Jahre meine Sichtbarkeit durch Riesenprojekte wie eine Filmdokumentation, ein Wasserprojekt, großformatige Ausstellungen sowie Messebeteiligungen wie der art KARLSRUHE extrem gesteigert habe, kam immer wieder die Frage auf: „Frau Kern, Sie sind in Heidelberg aktiv? Wo denn? Warum kenne ich Sie nicht?“

Zum 1. April 2022 habe ich wieder eine Galerie in Heidelberg eröffnet und kann heute im Juni 2022 sagen, das war die beste Entscheidung seit Langem. Die Resonanz ist überwältigend. Kunden von vor über 20 Jahren kommen zu mir und freuen sich, dass ich endlich wieder da bin, fremde Menschen sprechen mich an und freuen sich über die Galerie als Bereicherung der Kultur und der Altstadt von Heidelberg. Neue KundInnen werden erschlossen und ein Mehr an Verkäufen findet schon statt.

Und das Schönste ist, ich liebe es und fühle mich pudelwohl in meinem kleinen Reich, meiner feinen Galerie Petra Kern. Online ist toll! Aber zu erleben, wie Menschen, die vorbeilaufen, abbremsen und sich beim Anblick meiner Schaufenster freuen, ist wunderbar. Das persönliche Gespräch und die Freude in den Gesichtern der BesucherInnen die Sahne auf der Kirsche!"


 

„Food Guy begann 2020 nur Kunden in der Karlsruher Umgebung zu gesünderer Ernährung zu verhelfen. Das Coaching verlief meist eins-zu-eins vor Ort mit dem Kunden. Doch plötzlich war das nicht mehr möglich und wir mussten auf das digitale Pferd aufspringen. Das fand ich super genial, denn plötzlich hatten Kunden aus ganz Deutschland und darüber hinaus die Möglichkeit, Food Guy zu buchen und für sich zu nutzen. Und erst die Zeitersparnis, es machte mich schnell zum großen Fan des digitalen Austauschs. Genauso schnell wie wir ins digitale Coaching hineingerutscht sind, wurden Angebote an uns herangetragen, digital auf unterschiedliche Weise zu werben.

Nun, Mitte 2022, merken wir Menschen, dass das Digitale nicht alles ersetzen kann und die menschliche Nähe sehr wichtig für uns ist. Viele haben wieder mehr Lust, sich zu treffen und auszutauschen. Auch ich genieße das sehr. Es zeigt sich dabei, dass die Kundengewinnung durch persönliche Vorträge viel effektiver ist als digitale Werbung. Ernährung und Gesundheit sind private Themen und für ein Coaching braucht es Vertrauen. Dieses Vertrauen baut sich in persönlichen Kontakten am besten auf!"


 

Fazit: Manchmal muss man zurück, um vorwärts zu kommen

1 Frage – 10 unterschiedliche Antworten: Alle Antworten haben einen anderen Fokus und eine andere Ausrichtung bzw. ein Ergebnis. Als Unternehmer und Unternehmerinnen müssen wir ständig Entscheidungen treffen. Manchmal wissen wir vorher, dass sie gut werden – aber ich glaube, das ist in den seltensten Fällen. 🤪 Wenn wir ehrlich sind, wissen wir erst, wie gut die Entscheidung war, wenn wir die Auswirkungen davon erleben.

Ich bin gespannt, was diese Frage bei Dir bewirkt.

Unternehmer unter nehmen!

Entscheidungen sind Eckpfeiler. Sind die erstmal gesetzt, ergibt sich die Richtung oft von alleine.

Manche Entscheidungen sind wirklich schwer zu treffen. Frag’ Dich: Was könnte im schlimmsten Fall passieren, wenn die Entscheidung die Du triffst, nicht so ausgeht, wie Du es Dir vorstellst.

Wenn Du vorher weißt, was passieren könnte, fällt es uns oftmals leichter Entscheidungen zu treffen.

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Um den Lesefluss nicht zu beeinträchtigen, wird in meinen Texten meist nur die männliche Form genannt, stets sind aber die weibliche und andere Formen gleichermaßen mitgemeint.

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